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Hilfeplanung & Beteiligung

Hilfeplanziele formulieren: Methode und 25 Beispiele

Wer Ziele im Hilfeplan formulieren muss, steht vor einem Dilemma: Sie sollen überprüfbar sein und trotzdem in der Sprache der Familie bleiben. Gute Hilfeplanziele beschreiben ein Verhalten oder einen Zustand, den alle Beteiligten beobachten können, mit einem Zeitpunkt, an dem man hinschaut. Dieser Leitfaden erklärt die drei Zielebenen, ein an die Jugendhilfe angepasstes SMART-Raster und zeigt 25 fiktive Beispiele aus ambulanten und stationären Hilfen – jeweils mit einem Indikator, an dem sich Fortschritt erkennen lässt.

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Hilfeplanziele formulieren: Methode und 25 Beispiele – Zielpyramide mit Richtziel, Handlungsziel und Teilziel am Beispiel einer Familie
Drei Zielebenen: Das Richtziel gibt die Richtung, das Handlungsziel ist bis zum nächsten Hilfeplangespräch überprüfbar, das Teilziel ist der nächste konkrete Schritt (fiktives Beispiel).

Warum Ziele im Hilfeplan so oft scheitern

Der Hilfeplan nach § 36 SGB VIII enthält Feststellungen über den Bedarf, die Art der Hilfe und die notwendigen Leistungen. Die Ziele sind darin der Teil, an dem sich später alle messen: Jugendamt, Familie, junger Mensch und freier Träger. Trotzdem stehen in vielen Hilfeplänen Sätze, die niemand überprüfen kann.

Drei Muster tauchen immer wieder auf. Erstens sind Ziele zu vage: „Die Erziehungskompetenz der Mutter wird gestärkt“ beschreibt eine Absicht, aber keinen Zustand, an dem man Erfolg erkennt. Zweitens sind es zu viele: Zehn Ziele für ein halbes Jahr überfordern jede Familie und jeden Bericht. Drittens werden sie über die Köpfe hinweg formuliert. Ein Ziel, das ein Jugendlicher nicht als seines erkennt, wird er selten verfolgen.

Dazu kommt ein Sprachproblem: Viele Ziele sind als Defizit formuliert („Jonas hört auf, zu schreien“). Ein positiv formuliertes Ziel beschreibt, was stattdessen da sein soll („Jonas sagt in Streitsituationen, was ihn ärgert, und geht bei Bedarf in sein Zimmer“). Das ist nicht nur freundlicher, es ist auch besser beobachtbar.

Zielebenen: Richtziel, Handlungsziel, Teilziel

Die meisten Jugendämter arbeiten mit zwei oder drei Zielebenen, oft unter verschiedenen Namen (Leitziel, Grobziel, Rahmenziel; Handlungs-, Fein- oder Teilziel). Entscheidend ist nicht der Begriff, sondern dass die Ebenen sauber getrennt sind. Übernehmen Sie die Begriffe Ihres Jugendamts.

  • Richtziel: die langfristige Richtung, oft für die ganze Hilfe. Es darf allgemein sein, weil es nicht unmittelbar überprüft wird. Beispiel: „Mia geht gern und regelmäßig zur Schule.“
  • Handlungsziel: was bis zum nächsten Hilfeplangespräch erreicht sein soll. Es muss überprüfbar sein. Beispiel: „Mia ist bis Ende Mai an mindestens vier von fünf Schultagen pünktlich in der Schule.“
  • Teilziel oder Schritt: wer was bis wann tut. Teilziele entstehen oft erst in der Arbeit mit der Familie und werden nicht immer in den Hilfeplan aufgenommen. Beispiel: „Frau B. und Mia legen abends gemeinsam die Schulsachen bereit.“

Wer formuliert welche Ebene?

Das Richtziel entsteht meist im Hilfeplangespräch, gesteuert von der fallführenden Fachkraft des Jugendamts. Handlungsziele werden gemeinsam vereinbart – hier kann der freie Träger viel beitragen, weil er die Familie im Alltag kennt. Teilziele erarbeitet die Fachkraft des Trägers mit der Familie. Bereiten Sie für das Hilfeplangespräch Vorschläge vor, statt Ziele erst im Raum zu erfinden.

SMART – und warum es in der Jugendhilfe angepasst werden muss

SMART stammt aus dem Projektmanagement: spezifisch, messbar, attraktiv (oder akzeptiert), realistisch, terminiert. Für Hilfeplanziele ist das Raster ein guter Anfang, aber es reicht nicht. „Messbar“ verführt zu Strichlisten, die mit dem Alltag einer Familie wenig zu tun haben. Und ein Ziel kann alle fünf Kriterien erfüllen und trotzdem nicht von der Familie getragen sein.

Bewährt hat sich ein erweitertes Raster mit sieben Prüffragen. Gehen Sie jedes Handlungsziel einmal damit durch, bevor Sie es vorschlagen:

Prüfraster für Hilfeplanziele (SMART, erweitert für die Jugendhilfe)
KriteriumPrüffrageTypischer Fehler
SpezifischIst klar, wer was tut oder was sich zeigen soll?„Die Familie“ statt einer konkreten Person
BeobachtbarWoran sehen Familie und Fachkraft, dass es erreicht ist?Innere Zustände („ist motivierter“)
AkzeptiertHat der junge Mensch oder der Elternteil zugestimmt – in eigenen Worten?Ziel des Jugendamts, nicht der Familie
RealistischIst es bis zum nächsten Hilfeplangespräch erreichbar?Richtziel als Handlungsziel getarnt
TerminiertBis wann? Wann schauen wir wieder hin?Kein Datum, nur „mittelfristig“
Positiv formuliertBeschreibt es, was da sein soll – nicht, was wegfallen soll?„Hört auf mit …“
In Worten der FamilieWürde die Familie das Ziel so wiedererkennen?Fachsprache („Tagesstruktur etablieren“)

25 Beispiele für Hilfeplanziele nach Lebensbereich

Die folgenden Beispiele sind fiktiv und zeigen jeweils eine vage Fassung, eine überprüfbare Fassung und einen Indikator, an dem man den Stand erkennt. Übernehmen Sie sie nicht wörtlich: Ein gutes Ziel entsteht mit der Familie, nicht aus einer Liste. Die Beispiele sollen zeigen, wie konkret „konkret“ sein kann.

25 fiktive Hilfeplanziele: vage – überprüfbar – Indikator
BereichVageÜberprüfbarWoran erkennbar
AmbulantErziehungskompetenz stärkenFrau K. bringt Lena (4) an fünf Abenden pro Woche mit dem vereinbarten Abendritual ins Bett.Wochenplan der Familie, Gespräch beim Hausbesuch
AmbulantStruktur im Alltag schaffenFamilie S. nutzt bis zum nächsten Hilfeplangespräch einen Wochenplan, den sie selbst aktualisiert.Plan hängt aus, ist aktuell
AmbulantKonflikte reduzierenHerr und Frau T. vereinbaren eine Regel für Streit vor den Kindern und nutzen sie; beide berichten monatlich, wie oft es gelang.Selbstauskunft beider Eltern, Skala 0–10
AmbulantBehördenangelegenheiten regelnFrau A. stellt den Antrag auf Wohngeld bis Ende März selbst; die Fachkraft unterstützt beim Ausfüllen.Antrag gestellt, Kopie liegt vor
AmbulantGrenzen setzenHerr M. sagt Tim (11) vorher, wann die Medienzeit endet, und setzt die Absprache an mindestens vier Tagen pro Woche um.Beobachtung, Rückmeldung von Tim
AmbulantNetzwerk aufbauenFrau D. hat bis Juni eine Person außerhalb der Familie, die sie im Notfall anrufen kann und die die Kinder kennt.Name und Absprache benannt
AmbulantEltern-Kind-Beziehung verbessernFrau L. und Noah (8) verbringen zweimal pro Woche 30 Minuten gemeinsame Zeit, deren Inhalt Noah bestimmt.Gemeinsamer Kalender, Noahs Rückmeldung
StationärVerantwortung übernehmenAylin (15) erledigt ihren Gruppendienst an mindestens drei von vier Wochen ohne Erinnerung.Dienstplan der Gruppe
StationärKontakt zur Familie haltenBen (13) telefoniert jeden Sonntag mit seiner Mutter; einmal im Monat findet ein Besuch statt.Gruppenbuch, Bens Einschätzung
StationärSelbstständigkeit fördernKevin (16) kauft einmal pro Woche mit einem Budget von zuvor vereinbarter Höhe für sich selbst ein und legt den Beleg vor.Belege, Budgetübersicht
StationärRegeln einhaltenSara (14) ist an den vereinbarten Abenden bis 21 Uhr zurück oder meldet sich vorher telefonisch.Gruppenbuch, Anzahl der Abende
StationärPerspektive klärenBis zum nächsten Hilfeplangespräch ist mit Jonas (12) und seinen Eltern besprochen, ob und wann eine Rückkehr nach Hause möglich ist.Gespräche dokumentiert, Stand im Hilfeplan
VerselbständigungAuf eigene Wohnung vorbereitenLea (17) kocht zweimal pro Woche für sich selbst und plant den Einkauf dafür.Gemeinsame Auswertung einmal im Monat
VerselbständigungFinanzen regelnMo (18) hat ein eigenes Konto, kennt seine festen Ausgaben und führt ein einfaches Haushaltsbuch.Haushaltsbuch, Gespräch
VerselbständigungBehördengänge selbst erledigenEmma (18) vereinbart Termine bei Krankenkasse und Jobcenter selbst und geht ab März allein hin.Termine und Ergebnisse, Emmas Bericht
SchuleSchulbesuch verbessernMia (9) ist bis Ende Mai an mindestens vier von fünf Schultagen pünktlich in der Schule.Rückmeldung der Klassenlehrerin
SchuleHausaufgaben erledigenPaul (10) macht an Schultagen seine Hausaufgaben zur vereinbarten Zeit am Küchentisch; die Mutter schaut sie danach an.Hausaufgabenheft, Gespräch
SchuleSchulabschluss erreichenNils (15) nimmt bis zu den Halbjahreszeugnissen an der Lernförderung teil und bespricht seine Noten mit der Bezugsbetreuung.Teilnahme, Zeugnis
AusbildungBerufliche OrientierungJana (16) macht bis zum Sommer zwei Praktika in Berufen, die sie selbst ausgewählt hat.Praktikumsbescheinigungen, Janas Auswertung
AusbildungAusbildung durchhaltenAli (17) spricht Schwierigkeiten im Betrieb innerhalb einer Woche mit der Ausbilderin oder der Fachkraft an.Gespräche, Rückmeldung des Betriebs
GesundheitGesundheit fördernDie U-Untersuchung von Lina (2) ist bis Ende Februar wahrgenommen; Frau R. vereinbart den Termin selbst.Eintrag im Vorsorgeheft
GesundheitGesunder SchlafFinn (7) ist an Schultagen spätestens um 20 Uhr im Bett; die Eltern nutzen dafür den gemeinsam erstellten Abendplan.Abendplan, Rückmeldung der Eltern
GesundheitTherapie wahrnehmenLukas (14) geht zu den vereinbarten Terminen der Beratungsstelle; bei Absagen meldet er sich selbst ab.Anzahl wahrgenommener Termine
AlltagHaushalt organisierenFamilie O. hält die gemeinsam aufgestellte Wochenaufteilung für Wäsche und Einkauf an drei von vier Wochen ein.Wochenaufteilung, Gespräch
AlltagFreizeit gestaltenElif (12) besucht ab Oktober einmal pro Woche ein Freizeitangebot, das sie selbst ausgesucht hat.Teilnahme, Elifs Rückmeldung

Ambulante Hilfen: SPFH und Erziehungsbeistand

In der sozialpädagogischen Familienhilfe betreffen Ziele oft mehrere Personen. Schreiben Sie je Ziel auf, wer handelt: „Frau K. …“ statt „Die Familie …“. In der Erziehungsbeistandschaft steht der junge Mensch im Mittelpunkt; seine Ziele sollten in seinen Worten im Hilfeplan stehen.

Stationär und Verselbständigung

In der Wohngruppe sind viele Beobachtungen ohnehin dokumentiert, etwa im Gruppenbuch. Nutzen Sie diese Quellen als Indikator, statt neue Strichlisten zu erfinden. Bei Hilfen außerhalb der eigenen Familie gehört nach § 37c SGB VIII die Perspektivklärung in den Hilfeplan – ein Ziel kann also auch sein, diese Frage bis zum nächsten Gespräch gemeinsam zu klären.

Schule, Ausbildung, Gesundheit und Alltag

Bei Zielen zu Schule und Gesundheit liegen die Informationen oft bei Dritten. Klären Sie vorher, ob und wie Sie Rückmeldungen von Schule oder Ärztin einholen dürfen, und halten Sie die Einwilligung fest. Formulieren Sie keine Diagnosen in Ziele; beschreiben Sie das Verhalten im Alltag.

Fortschritt messen ohne Zahlenfetisch

Nicht jedes Ziel lässt sich zählen, und nicht jede Zahl sagt etwas. Eine Skala von 0 bis 10 ist ein einfaches Werkzeug, das in vielen Teams funktioniert: Fragen Sie den jungen Menschen, die Eltern und sich selbst, wo das Ziel heute steht. Damit die Werte vergleichbar bleiben, braucht die Skala Beobachtungsanker: Was bedeutet 3, was bedeutet 7?

Ein Beispiel für das Ziel „Tim und sein Vater klären Streit um die Medienzeit ohne Schreien“: 0 = jeder Streit eskaliert; 5 = etwa die Hälfte der Konflikte wird ruhig geklärt; 10 = beide halten sich an die Absprache, Streit ist die Ausnahme. Abweichende Einschätzungen sind kein Problem, sondern ein guter Gesprächseinstieg beim nächsten Hausbesuch.

Für den Entwicklungsbericht genügt meist eine dreistufige Bewertung je Ziel – erreicht, teilweise erreicht, nicht erreicht –, belegt mit zwei oder drei datierten Beobachtungen. Wie Sie das aufschreiben, zeigt der Leitfaden zum Entwicklungsbericht.

Ziele im Alltag lebendig halten

Ein Ziel, das nur im Hilfeplan steht, ist nach drei Monaten vergessen. Drei Gewohnheiten helfen: Ordnen Sie jeden Verlaufseintrag einem Ziel zu, sprechen Sie Ziele bei jedem vierten oder fünften Kontakt aktiv an und machen Sie sechs bis acht Wochen vor dem nächsten Hilfeplangespräch einen Zwischenstand mit der Familie.

In Ormisi hinterlegen Sie die Ziele aus dem Hilfeplan in der Fallakte – mit Teilzielen, Überprüfungsdatum und auf Wunsch der Formulierung der Familie. Verlaufseinträge lassen sich einem Ziel zuordnen; daraus entsteht später der Berichtsentwurf je Hilfeplanziel. So sieht die Fachkraft vor dem Hilfeplangespräch auf einen Blick, zu welchem Ziel es Belege gibt und wo noch etwas fehlt.

Hilfeplanziele in der digitalen Fallakte: Reiter Ziele, Dokumentation und Beteiligung eines fiktiven Falls
Die Fallakte bündelt Hilfen, Ziele und Verlauf: Jeder Eintrag lässt sich einem Hilfeplanziel zuordnen (Demo-Umgebung, alle Daten fiktiv).

Anleitung

Schritt für Schritt: Hilfeplanziele formulieren

  1. Anliegen sammeln

    Mit Familie und jungem Menschen sammeln, was sich bis zum nächsten Hilfeplangespräch ändern soll – in ihren Worten.

  2. Ebene klären

    Prüfen, ob es ein Richtziel, Handlungsziel oder Teilziel ist, und höchstens drei bis fünf Handlungsziele auswählen.

  3. Beobachtbar formulieren

    Wer tut was, wie oft, bis wann – positiv formuliert, ohne Etiketten und Diagnosen.

  4. Indikator festlegen

    Festhalten, woran alle erkennen, dass das Ziel erreicht ist, und wer die Beobachtung liefert.

  5. Gegenlesen lassen

    Ziel der Familie vorlesen: Erkennt sie es als ihres? Erst dann in den Vorschlag für den Hilfeplan übernehmen.

Vorlage: Hilfeplanziel formulieren und prüfen

Für jedes Handlungsziel eine Vorlage ausfüllen. Begriffe an die Vorgaben Ihres Jugendamts anpassen.

1. Ziel

  • Richtziel, zu dem es gehört: ____
  • Handlungsziel (fachlich): ____
  • Ziel in Worten des jungen Menschen oder der Eltern: ____
  • Bis wann: ____

2. Woran erkennen wir es?

  • Indikator (was ist zu sehen oder zu hören?): ____
  • Wer liefert die Beobachtung?
  • Skala 0–10: Was bedeuten 0, 5 und 10?

3. Schritte

  • Erster Schritt der Familie: ____
  • Unterstützung durch die Fachkraft: ____
  • Nächster Zwischenstand am: ____

Prüfen

  • Konkrete Person statt „die Familie“
  • Beobachtbar, kein innerer Zustand
  • Positiv formuliert
  • Bis zum nächsten Hilfeplangespräch erreichbar
  • Von der Familie als eigenes Ziel erkannt
  • Keine Diagnose, kein Etikett
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Häufige Fragen

Wer formuliert die Ziele im Hilfeplan?

Die Ziele werden im Hilfeplangespräch gemeinsam vereinbart: von der fallführenden Fachkraft des Jugendamts, den Personensorgeberechtigten und dem jungen Menschen. Der freie Träger ist nach § 36 Abs. 3 SGB VIII an Aufstellung und Überprüfung zu beteiligen und bringt Vorschläge aus dem Alltag der Hilfe ein.

Wie viele Ziele sollte ein Hilfeplan haben?

Eine gesetzliche Zahl gibt es nicht. In der Praxis bewähren sich drei bis fünf Handlungsziele für einen Zeitraum von etwa sechs Monaten. Mehr Ziele verteilen die Kraft der Familie und machen den Entwicklungsbericht unübersichtlich. Wenn mehr Themen anstehen, priorisieren Sie gemeinsam und vertagen den Rest.

Was ist der Unterschied zwischen Hilfeplanziel und Teilziel?

Das Hilfeplanziel (Handlungsziel) beschreibt, was bis zum nächsten Hilfeplangespräch erreicht sein soll. Ein Teilziel ist ein kleiner, konkreter Schritt auf dem Weg dorthin – wer tut was bis wann. Teilziele entstehen oft in der laufenden Arbeit und werden nicht immer in den Hilfeplan übernommen.

Wie formuliere ich Ziele, wenn die Familie nicht mitarbeitet?

Beschreiben Sie zuerst, was Sie beobachten, statt die Familie als „nicht kooperativ“ zu bezeichnen. Oft passt das Ziel nicht zu ihrem Anliegen. Fragen Sie, was sich aus ihrer Sicht ändern soll, und beginnen Sie mit einem kleinen Ziel, das sie selbst wählt. Unterschiedliche Sichtweisen gehören in den Bericht.

Dürfen Ziele während der Hilfe geändert werden?

Die Ziele werden bei der Überprüfung des Hilfeplans fortgeschrieben, meist im nächsten Hilfeplangespräch. Zeigt sich vorher, dass ein Ziel nicht passt, sprechen Sie das mit der fallführenden Fachkraft im Jugendamt ab. Änderungen von Art und Umfang der Hilfe verlangen nach § 36 Abs. 1 SGB VIII eine Beratung der Familie.

Quellen

Primärquellen, abgerufen zum Stand des Artikels. Keine Rechtsberatung.

  1. [1]§ 36 SGB VIII – Mitwirkung, Hilfeplan · Bundesministerium der Justiz
  2. [2]§ 8 SGB VIII – Beteiligung von Kindern und Jugendlichen · Bundesministerium der Justiz
  3. [3]§ 5 SGB VIII – Wunsch- und Wahlrecht · Bundesministerium der Justiz
  4. [4]Empfehlungen zur Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII · Landesjugendamt Rheinland-Pfalz (LSJV)
  5. [5]AV Hilfeplanung · Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin

Begriffe aus diesem Artikel

Ziele, die im Alltag nicht verloren gehen.

Ormisi hält die Hilfeplanziele in der Fallakte fest und verbindet jeden Verlaufseintrag mit seinem Ziel – so steht der Zwischenstand vor dem Hilfeplangespräch schon da.