Glossar · Methodenbegriff
Genogramm
Grafische Darstellung einer Familie über mehrere Generationen mit standardisierten Symbolen für Beziehungen und Ereignisse; Methode der Fallarbeit.
Was bedeutet „Genogramm“?
Ein Genogramm bildet eine Familie über mindestens drei Generationen ab: Personen als Symbole (Quadrat für männlich, Kreis für weiblich), verbunden durch Linien für Ehen, Trennungen und Kinder, ergänzt um Geburts- und Sterbedaten, Wohnorte und wichtige Ereignisse. Beziehungslinien zeigen Nähe, Konflikte oder Kontaktabbrüche. Das Genogramm ist eine Methode der systemischen Fallarbeit, kein Rechtsbegriff.
In der Jugendhilfe hilft es, Ressourcen und Belastungen im Familiensystem sichtbar zu machen, wiederkehrende Muster zu erkennen und Unterstützungspersonen zu finden – etwa für Verwandtenpflege, Kontakte während einer Unterbringung oder ein Netzwerk nach dem Auszug. Am wirksamsten ist es, wenn es gemeinsam mit der Familie entsteht. Datenschutzrechtlich enthält ein Genogramm viele Angaben über Dritte; es gehört in die Akte und sollte nur weitergegeben werden, soweit das für die Hilfe erforderlich ist.
Auch: Familienstammbaum, Familienbrett
Quellen
- Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe · IJAB / AGJ